JS - Classic Westernriding ...feel the difference.
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Persönlicher Blog / News

Smarty gibt mir im Moment viel Halt. Danke mein großer Bub.

Solche Momente sind unbezahlbar und machen glücklich ?

12.02.2021
9 Wochen und 1 Tag
 
Ich merke mit jedem Tag, wie sehr mein Hundekind doch fehlt um mich herum. Mir fehlt die permanente Nähe zu (m)einem Tier.
 
Smarty steht im Stall, er ist nicht so nah bei mir, wie es Bandit war. WENN ich aber bei Smarty bin, gibt er mir auch sehr viel. Er war immer schon sehr sensibel, er merkt, dass ich "anders" bin. Ich genieße seine Nähe für den Moment mehr als sonst.
 
Doch schlägt Bandits "Fehlen" tatsächlich sehr aufs Gemüt und es ist nicht nur die Trauer, die mich oft mich selbst nicht wiedererkennen lässt.
 
Ich bin seit Bandits Tod schnell gereizt, zart besaitet, mal mehr, mal weniger. Ich arbeite sehr an meiner Ausgeglichenheit, mache Sport, tu mir was Gutes, bin viel in der Natur unterwegs. Allein. Mit Smarty.....
 
Lese immer mal wieder "Ratgeber", wie man Trauer besser bewältigen kann. Manchmal hilft es, es geht ein paar Tage gut, bis ich dann wieder an meine persönlichen Grenzen komme und wieder mal durch die Decke gegangen bin. Aus irgendeinem banalen Grund, den ich dann selbst nicht verstehe.
 
Was der Verlust eines geliebten Weggefährten doch in einem auslösen kann. Ich kenne mich so nicht, ich kannte dieses Gefühl bis dato nicht.
 
Ja, Tiere beruhigen, machen aus einem einen besseren Menschen, das kann ich wohl so sagen. Es ist, als habe Bandit ein Teil meiner selbst mitgenommen.
 
Ich arbeite jeden Tag daran, wieder zu meiner Ausgeglichenheit, meiner inneren Balance zu finden. Einfach ist es nicht, aber aufgeben ist natürlich keine Option. Ich weiß auch, dass es irgendwann überwunden sein wird. Nur wann? Wenn man sich selbst plötzlich nicht mehr leiden kann?!
 
Die Tage, an denen ich weinen muss, weil du nicht mehr da bist, mein Hundekind, ziehen sich langsam etwas mehr in die Länge und die Abstände werden größer.
 
Gestern waren es 9 Wochen, wo du schon von oben herabschaust und dich sicher wunderst, was dein Frauchen hier unten so allein "fabriziert".
 
Es tut mir leid, mein Kleiner, so will ich ja gar nicht sein. Ich bin kein Drache, keine zickige Alte, kein verbittertes Weib. Es tut aber einfach weh, dass ich mich bei Kummer oder auch Freude nicht mehr in deinem Fell verkriechen, dich streicheln, riechen, fühlen kann. Mein Seelenbalsam. Das fehlt alles.
 
Ja, es gab bisher nur ein paar wenige Tage, als ich deine Bilder und Videos geschaut habe, wo ich sogar etwas lächeln konnte. Ich konfrontiere mich bewusst damit. Aber es ist ein kleiner Fortschritt.
 
In meinen Gedanken bist du immer bei mir, in meinem Herzen sowieso.
Aber es ist schwer ohne dich. Ich liebe dich, mein schwarzer Schatz und schicke dir wiedereinmal 1000 Küsse und Streicheleinheiten in den Himmel.
 
 

17.12.2020

 

Eine Woche ohne dich. 7 beschissene Tage. Gefühlt kommt es mir schon wie eine halbe Ewigkeit vor.
 
Doch bevor ich meine Gedanken der letzten Tage niederschreibe, möchte ich mich ausnahmslos bei ALLEN BEDANKEN, die anteil genommen haben, mir liebe Worte haben zukommen lassen und ihr Mitgefühl gezeigt haben. Ich war tatsächlich überwältigt, wie viele liebe Worte uns ausgesprochen wurden. Vielen Dank dafür an alle lieben Weggefährten, Freunde, Bekannte und Verwandte❤️
Seit mein Hundekind nicht mehr da ist, ist einfach alles anders.
 
Und erst dann merkt man, wie sehr sich doch beide Leben umeinander gedreht haben.
Tagtägliche Routinen, die so selbstverständlich waren wie das Amen in der Kirche - weg.
Alles muss neu geordnet werden. Alles ist ungewohnt, neu, teilweise unheimlich.
 
Unheimlich viel Zeit, da nicht mehr jeden Tag gestaubsaugt werden muss, weil nicht täglich noch ein zweites Menü gezaubert werden muss, weil keiner mehr auf dich wartet, um Gassi zu gehen...
 
Unheimlich still, weil niemand mehr laut atmet neben deinem Bett und dich damit in den Schlaf begleitet. Niemand mehr freudig, teils hysterisch, auffordernd bellt, wenn du heim kommst.
 
Unheimlich leer, weil dann sogar in der kleinsten Wohnung viel zu viel Platz ist, wenn man auf die leeren Körbchen starrt.
Unheimlich langweilig, denn da ist niemand mehr, der einen auf Trab hält, den Mülleimer ausräumt, dich nachts aus dem Bett wirft, um den Mond anzustarren, oder Faxen oder Eigenarten an den Tag legt, worüber du schmunzeln oder dich auch manchmal aufregen kannst.
 
Unheimlich beängstigend, denn auch wenn man vorher gern allein war (ohne andere Menschen), war man ja gar nicht wirklich "allein". Jetzt, so ganz "allein allein" macht es mir Angst. Ich habe mich in deiner Gegenwart immer beschützt gefühlt. Diese "allein und doch nicht allein Gesellschaft" habe ich so oft bevorzugt.
 
Mir wird immer mehr bewusst, wie sehr sich meine Welt um dich gedreht hat, mein lieber Bandit. Grade in der letzten Zeit, wo du eben nicht mehr wie früher überall hin mit konntest, weil es zu stressig oder zu viel für dich war. Es war immer eine Zerreißprobe für mich, da ich immer ein schlechtes Gewissen hatte. Entweder dir gegenüber oder denjenigen gegenüber, denen ich absagte, weil ich dich nicht mitnehmen und ständig bei Oma lassen wollte. Wie sehr doch alles eingespielt und Gewohnheit war.
 
Und nun? Alles weg!
 
Ich kenne es nicht, nichts zu tun. Ich möchte das nicht. Ich kann es derzeit nicht annehmen und es fällt mir schwer, nicht auf die Uhr zu schauen und zu denken "Ah, es ist Zeit Gassi zu gehen", oder "Er muss nun sein Futter bekommen", "Er muss vor dem Schlafen gehen nochmal Pipi machen"...
 
Alles weg.
 
Ich stehe in der Dusche und warte, dass die Tür auffliegt und du kontrollierst, ob ich auch wirklich in der Dusche stehe oder ob ich nicht schon abgesofffen bin.
 
Ich liege im Bett, das Körbchen neben mir ist leer und ich warte, dass du aus der Küche schmatzend rein getapert kommst, dich neben mich legst, dich in dein Körbchen fläzt und ungehindert weiter schmatzt, was mich soooo oft zur Weißglut gebracht hat, weil ich schmatzen überhaupt nicht leiden kann.
 
Ich liege im Halbschlaf und warte darauf, dass du aufstehst und mich aus dem Bett wirfst, weil du jetzt grade doch nochmal in den Garten möchtest, obwohl wir vor 10 Minuten erst draußen waren.
 
Ich komme von der Arbeit und denke noch immer, dass hinter der Haustür mein Hundekind wartet und mich mit viel Traaaraaa begrüßt.
 
Nichts! Alles weg!
 
Es liegt noch ein langer Weg vor mir, damit ich loslassen kann.
 
Am Wochenende werde ich dein Futter ins Tierheim bringen, damit die Seelchen dort auch mal so ein Festmahl zu Weihnachten bekommen, wie du es jeden Tag hattest.
Und ich habe mir fest vorgenommen, deine Körbchen, dein Essplatz und all das, was du hinter der Regenbogenbrücke nicht mehr brauchst, zu waschen und auf dem Speicher zu verstauen. Jeden Tag auf deine leeren Körbchen zu starren, macht die Sache nicht einfacher, mein Hundekind.
 
Und eines weiss ich gewiss: ich trage dich FÜR IMMER in meinem Herzen.
Und ich freue mich schon darauf, wenn meine Trauer sich irgendwann in Dankbarkeit und Demut wandelt, wenn ich begreife, dass ich wahnsinniges GLÜCK hatte, so viele Jahre einen so wunderbaren Weggefährten wie DICH gehabt zu haben
 
❤️❤️❤️
 
Ich liebe und vermisse Dich, "kleiner" Bandit.
 
?Forever me, forever you, forever us ?
Brief an mein Hundekind - *13.08.2006 - 10.12.2020
 
Seit drei Tagen bist du nun nicht mehr da, nicht mehr hier bei mir auf der Erde. Ich kann dich nicht mehr fühlen, riechen, hören, sehen.
 
Drei Tage, in denen nichts mehr ist wie es war. Seit drei Tagen bin ich nicht mehr ich selbst. Der Boden unter meinem Füssen wurde mir knallhart weg gerissen.
Ich starre auf deine leeren Körbchen und mein Herz wird schwer. Ich kann es nicht glauben, dass ich NIE mehr dein pechschwarzes, weiches Fell streicheln darf, nie mehr dein schnarchen und deine Krallen übers Laminat tapsen höre. NIE mehr dein freudiges, manchmal auch nerviges Bellen höre, wenn ich nach Hause komme und auch NIE mehr mit dir Gassi gehen darf.
 
Ich bin in einem luftleeren Raum, ich fühle mich benommen, unvollständig und ich habe noch nie SO schmerzlich vermisst. Ich bin emotional ausgebrannt und müde.
Es ging alles auf einmal ganz schnell. Die letzen Tage waren der größte Horror, den ich bisher erleben musste. 24 Stunden habe ich in der letzten Woche über dich gewacht, beabachtet, gehofft, gebangt, sehr viel geweint, mich an dich geschmiegt, deine Nähe gesucht, mir gewünscht es wäre nur ein schlimmer Alptraum. Ich habe verdrängt, gebettelt, dass alles wieder gut wird. Aber ich habe von Tag zu Tag immer klarer gesehen, dass du Abschied nehmen wolltest.
 
Du warst nie ein Hund zum kuscheln. Doch plötzlich hast du Nähe zugelassen, hast mich bei dir ganz nah sein lassen und hast dich am letzen Tag nur noch in deine Höhle verkrochen, wolltest nicht mehr essen. Nur mir zuliebe hast du ein paar Brocken runter gewürgt, als ich sie dir aus meiner Hand reichte.
 
Ja, du hast sehr viel mir zuliebe gemacht in deinem Hundeleben.
Ich musste am 10.12.2020 die bisher schlimmste Entscheidung meines Lebens treffen. Ich habe gehofft, du nimmst mir die Entscheidung ab und schläfst friedlich in meinem Armen neben mir ein.
 
Aber du warst tapfer bis zum Schluss. Ich habe dir geschworen als ich dich vor über 14 Jahren nach Hause holte, dass ich dich nie leiden lassen werde. Und somit musste ich mein Versprechen einhalten. Ich musste dich gehen lassen, weil deine Schmerzen innerhalb von 4 Tagen unerträglich wurden und die stärksten Schmerzmittel nicht mehr angeschlagen haben.
 
Wir haben gekämpft und dann doch verloren.
 
Ich habe tatsächlich noch NIE in meinem Leben solchen Schmerz gefühlt. Worte können manche Gefühle nicht beschreiben.
 
Du bist gegangen und hast ein riesen Stück meines Herzens mitgenommen.
Du fehlst überall und wirst auch künftig ein grosses Loch hinterlassen.
Ich bin dankbar für 14,5 Jahre mit dir an meiner Seite. Du bist und bleibst für immer mein Hundekind, mein Kamerad, bester Freund, Schatten auf allen Wegen, mein Beschützer, mein Traumhund, ein Teil meiner Familie, ein Teil meines Herzens.
 
Es braucht Zeit, viel Zeit, um zu begreifen, was da passiert ist. Es ist so unwirklich und mir nimmt der Gedanke, dass unsere gemeinsame Zeit nun zu Ende ist, die Luft zum atmen.
Liebe tut auch manchmal weh. Sehr weh. Ich habe diese Entscheidung FÜR dich getroffen, mein Hundekind.
 
Ich weiss, du bist gut rüber gekommen und ich weiss auch, dass du da oben an der Himmelspforte auf mich warten wirst und mich bellend und freudig begrüßen wirst.
Wir sehen uns wieder, du bist nur schon mal vorgegangen. Es ist kein Abschied für immer.
 
In tiefer Liebe, mein El Bandito, mein Bandit,
Deine Judith
Bandit 2020
Bandit im Jahr 2006
November 2020
Wendy-Träumereien oder: wie alles plötzlich ganz schnell ging
 
Irgendwie fühlte es sich heute richtig an, irgendwie war es heute an der Zeit.
Obwohl ich es erst für nächstes Frühjahr angedacht hatte, kam es doch anders.
Nachdem wir in den letzten Wochen viel spazieren gegangen sind und Smartys Fesselträger all das gut ausgehalten haben, habe ich heute nach über zwei Jahren den Sattel aufgelegt.
Smartys verwunderter Blick war schon sehr goldig ?
Ich war tatsächlich aufgeregt. So aufgeregt, wie ich früher vor einem Turnier war. Es war einfach ein besonderer und tatsächlich auch emotionaler Moment für mich. So lange lag kein Sattel mehr auf meinem Pony, so lange habe ich gehofft und mich danach gesehnt.
Ich hab mich schon wie in einem kitschigen Wendy-Roman über die Wiesen und durch die Wälder galoppieren sehen... Hach ja....
Aber nein, ich muss natürlich Vernunft walten lassen. Und so gingen wir los. Ich, wie die letzten zwei Jahre auch, erst mal zu Fuss nebenher. Smarty sollte sich erst mal wieder auf das Ding auf dem Rücken gewöhnen. Wobei dem alten Hasen, glaube ich zumindest, der Sattel ziemlich egal war. Ich denke, es war eher eine Sache für mich, dass ICH mich erst mal wieder damit auseinander setzen musste, ob ich das Richtige mache und wie es sich gleich anfühlen wird.
 
Nachdem ich ein ganzes Stück nebenher gelaufen war, hab ich den Fuss in den Steigbügel und mich auf Smarty geschwungen.
Und los gings. Im Schritt..... als säße ich auf einem Kamel..... ohje!! Was war da los?! Nix mit Wendy Träumereien, mein Pony ist natürlich nach so einer langen Zeit steif wie eine Eisenbahnschiene und von seinen einst geschmeidigen Gängen ist gerade nichts mehr zu spüren. Eigentlich sollte mir das klar sein, trotzdem war es.... irgendwie enttäuschend, fühlte sich merkwürdig, so fremd an.
 
Denn ich habe noch genau im Kopf, wie es einmal WAR. Und davon muss ich einfach weg kommen, denn es ist nichts mehr wie es WAR. Kurzzeitig überlegte ich sogar, wieder abzusteigen, aber dann atmete ich tief durch, schloss kurz die Augen und fing einfach an, den Moment zu genießen. Die Vergangenheit los zu lassen und das Hier und Jetzt so anzunehmen.
 
Ich musste plötzlich lächeln, entspannte mich und Smarty schnaubte ab. Ich trabte einfach an, und je mehr ich mit Smarty trabte, umso mehr schnaubte er ab, wurde weicher in seinen Gängen und bot erst mal wieder alles an, was er mal gelernt hat. Wollte er doch direkt in perfekter Manier sein Köpfchen halten, auf Schenkeldruck den Rücken aufwölben und mit minimalsten Hilfen die Steuerung annehmen. Dabei wollte ich einfach NICHTS von ihm. Nur am losen Zügel ein kleines Stück traben.
 
Er ist eben ein echtes Quarter Horse mit dem typischen "will to please". Das war er schon immer.
 
Wir genossen die Ruhe im Wald und schlenderten noch ein wenig durch das bunte Laub, ehe ich vor erreichen des Stalls die letzten 2km wieder abstieg und Smarty zurück führte. Ich wollte nicht gleich zu viel.
 
Ich sah Smarty an und sah diesen zufriedenen Gesichtsausdruck. Den, den er immer hatte, wenn er einen guten Job gemacht hat.
 
Und ja, mag der Ein oder Andere denken, ich bilde mir das ein. Aber ich kenne mein Pony seit 16 Jahren und ich weiss, dass er immer ein Arbeitstier war, welches gefordert und beschäftigt werden wollte.
 
Natürlich genießt er nun auch seine freie Zeit und seine Rente in seinem tollen zu Hause. Aber ein bisschen Beschäftigung mag er sicherlich auch und wir sind bestrebt, hier den Mittelweg zu finden.
 
Zuerst einmal müssen wir schauen, dass der bzw die Fesselträger diese Belastung aushalten. Und wenn das gegeben ist, kann man weiter sehen. Es kann auch ganz schnell wieder zu Ende sein, das ist mir bewusst. Es ist mit diesem Befund einfach ein Drahtseilakt und wird es nun immer bleiben.
 
Ich bin für den heutigen Ritt dankbar. All das, was bis vor 2 Jahren noch selbstverständlich war, ist heute ein Erlebnis, eine Rarität, etwas Außergewöhnliches.
 
Es wäre schön, wenn DAS aber doch wieder etwas selbstverständlicher werden könnte.
Ich freue mich. Ich freue mich wirklich und hoffe, hoffe, hoffe und hoffe. So wie die letzten beiden Jahre auch.
 
Danke Smarty.  Danke.

Oktober 2020

Nach laaaanger, sehr Zeit gibt es endlich ein Update von Smarty. Nachdem es viele Höhen und Tiefen in den letzten beiden Jahren gab und er zuletzt nun über 7 Monate NUR auf der Weide verbrachte (nicht mal spazieren gehen durfen wir), ich ihn nur füttern und putzen konnte, war der letzte Ultraschall Befund im September nunmehr positiv. Fesselträger Nr. 2, der zuletzt verletzt war, hat sich gut regeneriert. Wir haben vom Tierarzt grünes Licht bekommen und dürfen endlich wieder spazieren gehen.
Wenn das Bein diese Belastung aushält, spricht nichts dagegen, mich auch für gemütliche Schrittrunden wieder drauf zu setzen. Ich habe mich wahnsinnig über die Prognose gefreut ?
Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich alles unter mehr Belastung entwickelt.
Ich denke, ich gebe Smarty den Winter über noch Zeit, steigere die Länge der Spaziergänge langsam und hoffe mit allem was ich habe, dass es endlich gut für uns ausgeht.
Seit Mitte 2017 wurde er nicht mehr geritten und seit dem versuchen wir alles, damit es meinem Bub einfach nur gut geht und ich wünsche mir so sehr, dass diese Geduld sich auszahlt.
Mit der Zeit lernt man, dass es die kleinen Dinge im Leben sind, die man schätzen sollte ?Smarty genießt das Rentner-Dasein mit seinem besten Kumepl Taki in vollen Zügen und auch wenn ich mich mittlerweile besser mit der gesamten Situation abfinden kann, so ist immer wieder ein lachendes und ein weinendes Auge dabei. Ich freue mich sehr, dass Smarty so ein artgerechtes Leben führen kann, dass seine Rente so versüßt wird. Dennoch merke ich tatsächlich immer wieder, sobald ich mich etwas mehr mit ihm beschäftige, wie sehr er doch die Arbeit mag und SOFORT "on fire" ist, sobald ich beim spazieren gehen etwas Erlerntes abfrage. Er ist und bleibt ein ganz wunderbares Pferd, MEIN Herzenspferd.
 
Es gibt immer wieder Phasen - und die wird es auch immer wieder geben - da sehne ich mich sehr danach, ihn wieder reiten zu können. So wie vorher. Auch wenn ich weiß, dass es unrealistisch ist, so treibt mir allein dieser Gedanke ein Schmunzeln und einen wehmütigen Blick in mein Gesicht. Ich fühle für diesen Moment regelrecht die Leichtigkeit, die er beim reiten vermittelte. Gehe gedanklich seine Bewegungen durch, habe es genau vor meinem geistigen Auge, wie all das war. Ich bin dankbar für ALLES, was ich mit Smarty hatte und auch noch haben werde. Zeiten ändern sich, das habe ich gelernt. Man kann nichts festhalten, nur jeden einzelnen Moment gemeinsam genießen.
 
Ich würde vor Freude Purzelbäume schlagen, wenn wir wenigstens nochmal zusammen ausreiten könnten, wenn ich diese blinde Vertrautheit noch einmal von "oben" spüren könnte. Smartys Hufschlag wird immer mein Herzschlag sein, egal was kommt.
 

We keep on going....

 

"Gib nie etwas auf, an das du jeden Tag denken musst."

August 2018:

 

Smarty ist Rentner. Auch wenn es noch einen Funken Hoffnung gibt, die Prognosen sind ernüchternd.

 

Ich muss es mir einfach mal von der Seele schreiben. In der Hoffnung, ich komme bald endlich besser mit der Situation klar. Es gibt Tage, da denke ich, ich kann es endlich akzeptieren. An anderen Tagen fällt es mir sehr schwer und ich versinke in Erinnerungen und muss weinen...

Es lässt mich nicht los... Oder, lass ICH es nicht los? Mir fällt sehr schwer, lieb gewonnene Dinge los zu lassen, das weiß ich. Aber die Sache mit Smarty beschäftigt mich an manchen Tagen so sehr, dass es einfach nur weh tut...

Es ist schwer zu akzeptieren, dass nichts mehr ist, wie es war. 
Auch wenn du noch da bist, ist all das was wir uns über viele Jahre aufgebaut haben, nur noch Schall und Rauch... Geritten habe ich dich seit über 6 Monaten nicht mehr. Es tut weh, es fehlt. Auch wenn du noch an meiner Seite bist, es fühlt sich an, als ob man mir mein ganzes altes Leben weg genommen hat.

Es drehte sich ALLES, mein ganzes Leben, nur um dich. Bevor irgendwer oder irgendetwas anderes kam, kamst du (und Bandit).

Wir sind trotzdem noch jeden Tag zusammen, aber es hat sich so viel verändert. Aus einem Muskelprotz, vor Kraft strotzend ist ein schmales, kleines Pony geworden. Was Training alles ausmacht... Das denke ich immer wieder, wenn ich dich nun so sehe.

Keine Frage, für mich bist du noch immer das schönste Pferd von allen, du bist mein Traumpferd.

Dir geht es gut, dort wo du nun zu Hause bist. Ich merke aber auch, wie wir uns an manchen Tagen voneinander entfernen. Ich glaube, mir fällt das alles viel schwerer als dir. Denn du stehst nun in einem wunderschönen Stall, hast Kumpels gefunden und führst ein wahnsinnig tolles und artgerechtes Leben, rennst über weite Wiesen, springst sogar über einen Bachlauf und darfst einfach "Pferd" sein. Natürlich, DAS ist artgerecht.

Aber DU fehlst mir, auch wenn wir uns jeden Tag sehen und uns gegenseitig noch haben. 
Das Reiten fehlt mir, eine Einheit zu sein mit dir fehlt mir, dieses wahnsinnig schöne Gefühl, die Leichtigkeit die ich gespürt habe, als ich auf dir gesessen habe....

Du warst und bist mit deinen 18 Jahren so fit im Kopf. Du wolltest immer arbeiten und gefallen. Und nun sind wir gezwungen, Ruhe zu halten. Du hast nun ein noch schöneres Leben, dennoch frage ich mich manchmal: "Vermisst du mich, vermisst du unsere Trainingseinheiten, unsere Ausritte, Turniere, die Arbeit und all das, was wir zusammen hatten?" Oder bist du so glücklicher und zufriedener und sagst dir "ich hab genug für dich gemacht, es gefällt mir alles, wie es ist."

Ich muss es mir einfach mal von der Seele schreiben, denn seit MONATEN erlebe ich Höhen und Tiefen. Ich weine viel, weil mein altes Leben, mein Smarty, mir fehlt. Dann versuche ich immer wieder mir Mut zuzureden, dass ich froh sein kann, dass ich ihn noch habe... Aber wenn man sieht, wie sich das eigene Pony verändert... es ist schwer zu akzeptieren. Oder bin ich vielleicht zu egoistisch, so zu denken?

Smart sollte immer einen schönen Lebensabend haben, er soll bei mir alt werden und auch sein Rentner-Dasein genießen können.

Ich glaube aber, ich habe damit so ein großes Problem, weil nicht ICH entscheiden konnte, wann Schluss ist. Das hat eine Verletzung und sein damit verbundenes Handicap einfach übernommen und ich war machtlos.

Ich habe alles getan, um ihm ein schmerzfreies Dasein zu ermöglichen und bisher schaut es gut aus. Aber ob er jemals wieder reitbar wird und wenn, auch nie mehr wie vorher....

Es fällt verdammt schwer los zu lassen, da ich genau weiß, so ein Pferd wie mein Goldstück Smarty werde ich nie mehr bekommen. Er hat die Messlatte sehr sehr hoch gelegt und ich bin aktuell auch überhaupt nicht bereit, nur einen Gedanken an einen Nachfolger zu verschwenden. Es geht einfach nicht, dafür war es einfach zu perfekt, was Smarty und ich hatten...

Mein sehnlichster Wunsch ist, dass du wieder fit wirst. Wenigstens so fit, dass wir noch ein klein wenig mehr zusammen machen können, als spazieren gehen.

Die meisten von euch werden es nicht verstehen, wie man "sich so anstellen" kann, ist doch "nur ein Pferd", "die hat doch jetzt ein Motorrad, soll sie damit fahren", "sie kann sich doch ein anderes Pferd holen, wo ist das Problem", "sie kann doch irgendwo als Reitbeteiligung unterkommen".
Aber der schlimmste Satz, den ich gehört habe war "Tu den Gaul doch weg - wenn er nimmer kann, kann er nimmer. Holste dir was Junges und fängst von vorne an!" Mir schossen sofort die Tränen in die Augen...

NIE IM LEBEN würde ich meinen Smarty eintauschen, hergeben, weg geben, mich ihm entledigen oder ihn aufs Abstellgleis stellen!!!!

Ich habe ihm so viel zu verdanken und das Mindeste, was ich ihm schuldig bin, ist ein schöner Lebensabend, egal wie!

Es liegt an mir, mit der Situation klar zu kommen und einen Weg zu finden, nicht weiter zu hadern. 
14 Jahre sind wir ein Team, 14 Jahre mit vielen Erfolgen, nicht nur auf Turniere hin gesehen. Wir haben viel von- und miteinander gelernt, waren ein Vorbild für Andere, worüber ich mich immer am meisten gefreut habe, Smarty war immer mein Dreh- und Angelpunkt.

Aber manchmal endet ein Kapitel und es geht irgendwann ein neues auf. In welche Richtung ein neues Kapitel aufgeschlagen wird, das weiß ich aktuell noch nicht. Ich fühle mich Heimatlos, ein Wandler zwischen den Welten. Ich fühle mich oft verloren und weiß nicht, was ich machen soll... Ich hoffe sehr, dass ich mich bald mit allem abfinden kann und Smart einfach glücklich und zufrieden ist, so wie er nun lebt.

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und daran halte ich mich einfach fest.

Manchmal tut LIEBE eben auch weh....

SOMETIMES ALL GOOD THINGS COME TO AN END....

Diese Zeilen zu schreiben, fällt mir wirklich schwer... Dennoch möchte ich euch ein kurzes Update über Smarty und mich geben.

Nachdem Smart Ende 2016 und einer langen Regenerierungsphase nach dem Weideunfall wieder fit und auf dem besten Weg im Training war, wurden wir vor einigen Wochen – wie hier berichtet – von einem heftigen Spat-Schub heimgesucht.

Nachdem dieser erfolgreich überstanden und der Bub wieder im leichten Training war, traf uns ein erneuter Rückschlag, mit dem wir noch immer zu kämpfen haben:

Sein linker, hinterer Fesselträgeraußenschenkel, der seit dem Unfall lädiert und angeschlagen ist, ist gezerrt und hochgradig entzündet. Aber nicht etwa vom Training, sondern vom tiefen Weideboden (viel Matsch durch den ganzen Regen in den letzten Wochen). Da Smart gern und viel mit seinem Kumpel spielt, hat er sich offensichtlich hierbei überanstrengt.

Seit dem ist wieder Ruhe angesagt. Etwas Schritt auf hartem Boden dürfen wir gehen und um sein Köpfchen auszulasten machen wir ein paar Tricks, Clickern mit ihm und gehen grasen. Morgens und abends, zweimal am Tag, damit er nicht den völligen Boxenkoller bekommt.

Es ist aktuell wieder eine große Belastung – für alle Beteiligten. An freien Tagen bespasse ich Smart so gut es geht und verbringe viele Stunden im Stall.

Wenn ich auf der Arbeit bin, ist meine liebe Mama für Smarty morgens da und übernimmt die erste Runde, ehe ich nach Feierabend ein zweites Mal bei ihm bin.

Der Befund ist sehr ernüchternd, da der Fesselträger nie mehr den Belastungszustand erreichen wird, wie vor dem Unfall.

Ich bin wirklich sehr traurig darüber, da Smart für seine 18 Jahre super da steht, vom Kopf her ein absolutes Arbeitstier ist und er mit den Jahren immer souveräner wurde. Immer wenn ich dachte, es geht nicht besser, hat er sich nochmal gesteigert! Ihn zu reiten und ihn zu trainieren ist einfach eine Freude und mir ist bewusst, dass ich SO ein Pferd nie wieder bekommen werde. Smart ist mein „one in a million“ und wir beide haben uns nicht gesucht und doch gefunden. Eins meiner schönsten Geschenke im Leben, für das ich unendlich dankbar bin.

Jedoch kommt irgendwann der Punkt im Leben, wo man Entscheidungen treffen muss. Wo Wege sich verändern und liebgewonnene Dinge losgelassen werden müssen.

Und ich habe für mich, für uns beschlossen, dass Smart und ich KEINE Turniere mehr gehen werden. Selbst wenn er diese Verletzung, überstanden hat, bleibt stets ein gewisses Restrisiko. Und egal welche von unseren Lieblingsdisziplinen wir starten würden (Superhorse, Westernriding, Reining), würde es stehts zu Lasten des Fesselträgers gehen.

Und das ist es nicht wert.

Smart als Rentner zu bezeichnen, da sträube ich mich! Denn wenn die Verletzung mit viel Geduld und Spucke wieder ausgeheilt ist, wird er ganz gewiss wieder reitbar sein. Wir werden nach wie vor eine gute Zeit haben, viel durch Wald und Wiesen bummeln und mit leichter Platzarbeit den Bub „in shape“ halten. Nur eben ganz ohne Ambitionen.

Um ihm ein hoffentlich noch ganz langes und gesundes Leben zu ermöglichen, sind wir außerdem auf der Suche nach einer neuen Heimat, einem Aktiv – oder Offenstall, wo er den ganzen lieben langen Tag sich die Beine vertreten kann, was seiner Spat-Arthrose nur zugute kommen kann.

Vieles ist im Umbruch. Aber manchmal muss man eben Dinge los lassen oder ändern, neue Wege gehen um an ein neues Ziel zu kommen.

Gute Besserung mein Bub, wir tun alles für dich!!!!

Das Jahr 2017

 

2017 hat für mich und auch Smart einige Neuerungen gebracht.

 

Durch seine Verletzung Ende 2016 war das vergangene Jahr das erste Jahr seit langer Zeit, in dem wir an keinem Turnier teilgenommen haben und die Saison komplett ohne uns verlief.

 

Anfangs war ich sehr traurig darüber, denn je älter Smarty wird, umso souveräner wird er und ist nach wie vor bemüht, sein Bestes im Training zu geben. 

 

Nachdem Smart im letzten Jahr behutsam wieder auftrainiert wurde und wir mittlerweile wieder auf dem Level angekommen sind, wo wir durch die Verletzung aufhören mussten, sehen wir jedoch positiv der Saison 2018 entgegen. Wobei mir klar geworden ist, dass diese ungewollte "Zwangspause" auch sein Gutes hatte. 

Es ist Ruhe eingekehrt. Man hat sich wieder auf andere Dinge besinnt. Hat das Zusammensein anders genossen und ich bin auch zu dem Entschluss gekommen, dass man sich oder anderen doch gar nichts mehr beweisen muss. Wenn Turnier, dann nur noch aus "Spass an der Freude". Keine Jagd nach Punkten oder Trophäen mehr. Dafür sind wir nun auch zu alt ;-) 

 

DIE Überflieger waren wir nie und wollten wir auch gar nicht sein. Der schönste Dank ist die Anerkennung, dass Smart und ich ein tolles Team sind. Nunmehr über 14 Jahre schon... Und das ist UNSER Sieg! Das ist mir nun klar geworden.

 

Dadurch, dass wir auf keinem Turnier gestartet sind, sind wir nun von LK1 in LK2 gerutscht. Natürlich, ich hätte ein Attest vom Tierarzt einreichen können, der begründet, warum wir in 2017 nirgends teilgenommen haben. ABER: so what?! Ob LK1 oder LK2 - es ist doch egal! Wir wissen, was wir können oder auch eben nicht :-) 

 

Mein ganzes Denken rund um Turniere, Wettbewerbe und Ehrgeiz hat sich doch sehr verändert und ich bin froh über diese Erkenntnis.

 

Wir möchten 2018 schon gern das ein oder andere Turnier bestreiten, aber nur noch, "just for fun", wenn uns der Sinn danach steht und wir es zeitlich integrieren können neben all den anderen schönen Freizeitaktivitäten (mit und ohne Pferd). Und da sich unser Team sogar erweitert hat, lasse ich gern unserem neuen Teammitglied den Vortritt :-) 

 

Denn Smart hat seit Januar 2017 eine ganz tolle Reitbeteiligung. Hieraus hat sich in dem einen Jahr so viel mehr entwickelt. Es ist eine tiefe Freundschaft, auch über den Stall und das Reiten hinaus, entstanden.

 

Als ich damals nach SEHR vielem Kopfzerbrechen eine Anzeige schaltete, dass ich für Smart eine (ursprüngliche) Pflegebeteiligung suche, hat sich als einzige unsere liebe Steffi gemeldet. Die Anzeige war offensichtlich so abschreckend, dass die Meisten Angst hatten, sich zu melden :-D

Dass ich Smart überhaupt mal aus der Hand geben würde - bis letztes Jahr UNDENKBAR! 

Aber dann kam Steffi.... 

 

Und wieder bin ich der Meinung: DAS war wieder einmal ein Wink des Schicksals! Ein 6er im Lotto! 

 

Steffi, Smart und ich waren von Anfang an auf einer Wellenlänge. Nicht nur Pferde-technisch, auch menschlich.

 

Das Grundverständnis, der Umgang mit dem Pferd, ihre feinfühlige aber dennoch konsequente Art waren genau DAS, was ich für Smart gesucht habe. Und sie brachte das nötige Talent mit, Smart, das Sensibelchen, zu reiten. Aus einer Pflegebeteiligung wurde schnell eine Reitbeteiligung. 

 

Seither sind wir drei unzertrennlich! Smart ist ein toller Lehrmeister und Steffi eine sehr engagierte Schülerin. Im gemeinsamen Unterricht hat Steffi mit Smart schon tolle Fortschritte gemacht und ich bin gern bereit, Steffi die Turnierteilnahme mit Smart in der Leistungklasse 4 zu ermöglichen. Nach einem Jahr Pause für Smart sicher ein schöner Einstieg. 

 

Wir lassen uns  überraschen und einfach mal treiben und schauen, was das Jahr bringt. Bis dahin... lassen wir es uns gut gehen :-) 

 

TEAM SMARTY!!!
Steffi & Smart
SIMPLY THE BEST
Nicht gesucht und doch gefunden :-)
Vertrauen beginnt bereits am Boden...
Showtime
Connemara-Wallach & Besitzerin im Training (Englisch-Freizeit), anschaulich erklärt :-)
Smart und ich im Training, hier im Spin
Friesen-Stute & Besitzerin im Training (Englisch-Freizeit)
Show-Vorführung, Demonstration Westernreiten
Mein Hessenwallach Flash Gordon und ich, Stilspringprüfung Kl. A, Jahr 2000
Abwechslungsreiches Training
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© Judith Schnappinger