JS - Classic Westernriding ...feel the difference.
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Persönlicher Blog / News

Update, August 2018:

 

Smarty ist Rentner. Auch wenn es noch einen Funken Hoffnung gibt, die Prognosen sind ernüchternd.

 

Ich muss es mir einfach mal von der Seele schreiben. In der Hoffnung, ich komme bald endlich besser mit der Situation klar. Es gibt Tage, da denke ich, ich kann es endlich akzeptieren. An anderen Tagen fällt es mir sehr schwer und ich versinke in Erinnerungen und muss weinen...

Es lässt mich nicht los... Oder, lass ICH es nicht los? Mir fällt sehr schwer, lieb gewonnene Dinge los zu lassen, das weiß ich. Aber die Sache mit Smarty beschäftigt mich an manchen Tagen so sehr, dass es einfach nur weh tut...

Es ist schwer zu akzeptieren, dass nichts mehr ist, wie es war. 
Auch wenn du noch da bist, ist all das was wir uns über viele Jahre aufgebaut haben, nur noch Schall und Rauch... Geritten habe ich dich seit über 6 Monaten nicht mehr. Es tut weh, es fehlt. Auch wenn du noch an meiner Seite bist, es fühlt sich an, als ob man mir mein ganzes altes Leben weg genommen hat.

Es drehte sich ALLES, mein ganzes Leben, nur um dich. Bevor irgendwer oder irgendetwas anderes kam, kamst du (und Bandit).

Wir sind trotzdem noch jeden Tag zusammen, aber es hat sich so viel verändert. Aus einem Muskelprotz, vor Kraft strotzend ist ein schmales, kleines Pony geworden. Was Training alles ausmacht... Das denke ich immer wieder, wenn ich dich nun so sehe.

Keine Frage, für mich bist du noch immer das schönste Pferd von allen, du bist mein Traumpferd.

Dir geht es gut, dort wo du nun zu Hause bist. Ich merke aber auch, wie wir uns an manchen Tagen voneinander entfernen. Ich glaube, mir fällt das alles viel schwerer als dir. Denn du stehst nun in einem wunderschönen Stall, hast Kumpels gefunden und führst ein wahnsinnig tolles und artgerechtes Leben, rennst über weite Wiesen, springst sogar über einen Bachlauf und darfst einfach "Pferd" sein. Natürlich, DAS ist artgerecht.

Aber DU fehlst mir, auch wenn wir uns jeden Tag sehen und uns gegenseitig noch haben. 
Das Reiten fehlt mir, eine Einheit zu sein mit dir fehlt mir, dieses wahnsinnig schöne Gefühl, die Leichtigkeit die ich gespürt habe, als ich auf dir gesessen habe....

Du warst und bist mit deinen 18 Jahren so fit im Kopf. Du wolltest immer arbeiten und gefallen. Und nun sind wir gezwungen, Ruhe zu halten. Du hast nun ein noch schöneres Leben, dennoch frage ich mich manchmal: "Vermisst du mich, vermisst du unsere Trainingseinheiten, unsere Ausritte, Turniere, die Arbeit und all das, was wir zusammen hatten?" Oder bist du so glücklicher und zufriedener und sagst dir "ich hab genug für dich gemacht, es gefällt mir alles, wie es ist."

Ich muss es mir einfach mal von der Seele schreiben, denn seit MONATEN erlebe ich Höhen und Tiefen. Ich weine viel, weil mein altes Leben, mein Smarty, mir fehlt. Dann versuche ich immer wieder mir Mut zuzureden, dass ich froh sein kann, dass ich ihn noch habe... Aber wenn man sieht, wie sich das eigene Pony verändert... es ist schwer zu akzeptieren. Oder bin ich vielleicht zu egoistisch, so zu denken?

Smart sollte immer einen schönen Lebensabend haben, er soll bei mir alt werden und auch sein Rentner-Dasein genießen können.

Ich glaube aber, ich habe damit so ein großes Problem, weil nicht ICH entscheiden konnte, wann Schluss ist. Das hat eine Verletzung und sein damit verbundenes Handicap einfach übernommen und ich war machtlos.

Ich habe alles getan, um ihm ein schmerzfreies Dasein zu ermöglichen und bisher schaut es gut aus. Aber ob er jemals wieder reitbar wird und wenn, auch nie mehr wie vorher....

Es fällt verdammt schwer los zu lassen, da ich genau weiß, so ein Pferd wie mein Goldstück Smarty werde ich nie mehr bekommen. Er hat die Messlatte sehr sehr hoch gelegt und ich bin aktuell auch überhaupt nicht bereit, nur einen Gedanken an einen Nachfolger zu verschwenden. Es geht einfach nicht, dafür war es einfach zu perfekt, was Smarty und ich hatten...

Mein sehnlichster Wunsch ist, dass du wieder fit wirst. Wenigstens so fit, dass wir noch ein klein wenig mehr zusammen machen können, als spazieren gehen.

Die meisten von euch werden es nicht verstehen, wie man "sich so anstellen" kann, ist doch "nur ein Pferd", "die hat doch jetzt ein Motorrad, soll sie damit fahren", "sie kann sich doch ein anderes Pferd holen, wo ist das Problem", "sie kann doch irgendwo als Reitbeteiligung unterkommen".
Aber der schlimmste Satz, den ich gehört habe war "Tu den Gaul doch weg - wenn er nimmer kann, kann er nimmer. Holste dir was Junges und fängst von vorne an!" Mir schossen sofort die Tränen in die Augen...

NIE IM LEBEN würde ich meinen Smarty eintauschen, hergeben, weg geben, mich ihm entledigen oder ihn aufs Abstellgleis stellen!!!!

Ich habe ihm so viel zu verdanken und das Mindeste, was ich ihm schuldig bin, ist ein schöner Lebensabend, egal wie!

Es liegt an mir, mit der Situation klar zu kommen und einen Weg zu finden, nicht weiter zu hadern. 
14 Jahre sind wir ein Team, 14 Jahre mit vielen Erfolgen, nicht nur auf Turniere hin gesehen. Wir haben viel von- und miteinander gelernt, waren ein Vorbild für Andere, worüber ich mich immer am meisten gefreut habe, Smarty war immer mein Dreh- und Angelpunkt.

Aber manchmal endet ein Kapitel und es geht irgendwann ein neues auf. In welche Richtung ein neues Kapitel aufgeschlagen wird, das weiß ich aktuell noch nicht. Ich fühle mich Heimatlos, ein Wandler zwischen den Welten. Ich fühle mich oft verloren und weiß nicht, was ich machen soll... Ich hoffe sehr, dass ich mich bald mit allem abfinden kann und Smart einfach glücklich und zufrieden ist, so wie er nun lebt.

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und daran halte ich mich einfach fest.

Manchmal tut LIEBE eben auch weh....

SOMETIMES ALL GOOD THINGS COME TO AN END....

Diese Zeilen zu schreiben, fällt mir wirklich schwer... Dennoch möchte ich euch ein kurzes Update über Smarty und mich geben.

Nachdem Smart Ende 2016 und einer langen Regenerierungsphase nach dem Weideunfall wieder fit und auf dem besten Weg im Training war, wurden wir vor einigen Wochen – wie hier berichtet – von einem heftigen Spat-Schub heimgesucht.

Nachdem dieser erfolgreich überstanden und der Bub wieder im leichten Training war, traf uns ein erneuter Rückschlag, mit dem wir noch immer zu kämpfen haben:

Sein linker, hinterer Fesselträgeraußenschenkel, der seit dem Unfall lädiert und angeschlagen ist, ist gezerrt und hochgradig entzündet. Aber nicht etwa vom Training, sondern vom tiefen Weideboden (viel Matsch durch den ganzen Regen in den letzten Wochen). Da Smart gern und viel mit seinem Kumpel spielt, hat er sich offensichtlich hierbei überanstrengt.

Seit dem ist wieder Ruhe angesagt. Etwas Schritt auf hartem Boden dürfen wir gehen und um sein Köpfchen auszulasten machen wir ein paar Tricks, Clickern mit ihm und gehen grasen. Morgens und abends, zweimal am Tag, damit er nicht den völligen Boxenkoller bekommt.

Es ist aktuell wieder eine große Belastung – für alle Beteiligten. An freien Tagen bespasse ich Smart so gut es geht und verbringe viele Stunden im Stall.

Wenn ich auf der Arbeit bin, ist meine liebe Mama für Smarty morgens da und übernimmt die erste Runde, ehe ich nach Feierabend ein zweites Mal bei ihm bin.

Der Befund ist sehr ernüchternd, da der Fesselträger nie mehr den Belastungszustand erreichen wird, wie vor dem Unfall.

Ich bin wirklich sehr traurig darüber, da Smart für seine 18 Jahre super da steht, vom Kopf her ein absolutes Arbeitstier ist und er mit den Jahren immer souveräner wurde. Immer wenn ich dachte, es geht nicht besser, hat er sich nochmal gesteigert! Ihn zu reiten und ihn zu trainieren ist einfach eine Freude und mir ist bewusst, dass ich SO ein Pferd nie wieder bekommen werde. Smart ist mein „one in a million“ und wir beide haben uns nicht gesucht und doch gefunden. Eins meiner schönsten Geschenke im Leben, für das ich unendlich dankbar bin.

Jedoch kommt irgendwann der Punkt im Leben, wo man Entscheidungen treffen muss. Wo Wege sich verändern und liebgewonnene Dinge losgelassen werden müssen.

Und ich habe für mich, für uns beschlossen, dass Smart und ich KEINE Turniere mehr gehen werden. Selbst wenn er diese Verletzung, überstanden hat, bleibt stets ein gewisses Restrisiko. Und egal welche von unseren Lieblingsdisziplinen wir starten würden (Superhorse, Westernriding, Reining), würde es stehts zu Lasten des Fesselträgers gehen.

Und das ist es nicht wert.

Smart als Rentner zu bezeichnen, da sträube ich mich! Denn wenn die Verletzung mit viel Geduld und Spucke wieder ausgeheilt ist, wird er ganz gewiss wieder reitbar sein. Wir werden nach wie vor eine gute Zeit haben, viel durch Wald und Wiesen bummeln und mit leichter Platzarbeit den Bub „in shape“ halten. Nur eben ganz ohne Ambitionen.

Um ihm ein hoffentlich noch ganz langes und gesundes Leben zu ermöglichen, sind wir außerdem auf der Suche nach einer neuen Heimat, einem Aktiv – oder Offenstall, wo er den ganzen lieben langen Tag sich die Beine vertreten kann, was seiner Spat-Arthrose nur zugute kommen kann.

Vieles ist im Umbruch. Aber manchmal muss man eben Dinge los lassen oder ändern, neue Wege gehen um an ein neues Ziel zu kommen.

Gute Besserung mein Bub, wir tun alles für dich!!!!

Das Jahr 2017

 

2017 hat für mich und auch Smart einige Neuerungen gebracht.

 

Durch seine Verletzung Ende 2016 war das vergangene Jahr das erste Jahr seit langer Zeit, in dem wir an keinem Turnier teilgenommen haben und die Saison komplett ohne uns verlief.

 

Anfangs war ich sehr traurig darüber, denn je älter Smarty wird, umso souveräner wird er und ist nach wie vor bemüht, sein Bestes im Training zu geben. 

 

Nachdem Smart im letzten Jahr behutsam wieder auftrainiert wurde und wir mittlerweile wieder auf dem Level angekommen sind, wo wir durch die Verletzung aufhören mussten, sehen wir jedoch positiv der Saison 2018 entgegen. Wobei mir klar geworden ist, dass diese ungewollte "Zwangspause" auch sein Gutes hatte. 

Es ist Ruhe eingekehrt. Man hat sich wieder auf andere Dinge besinnt. Hat das Zusammensein anders genossen und ich bin auch zu dem Entschluss gekommen, dass man sich oder anderen doch gar nichts mehr beweisen muss. Wenn Turnier, dann nur noch aus "Spass an der Freude". Keine Jagd nach Punkten oder Trophäen mehr. Dafür sind wir nun auch zu alt ;-) 

 

DIE Überflieger waren wir nie und wollten wir auch gar nicht sein. Der schönste Dank ist die Anerkennung, dass Smart und ich ein tolles Team sind. Nunmehr über 14 Jahre schon... Und das ist UNSER Sieg! Das ist mir nun klar geworden.

 

Dadurch, dass wir auf keinem Turnier gestartet sind, sind wir nun von LK1 in LK2 gerutscht. Natürlich, ich hätte ein Attest vom Tierarzt einreichen können, der begründet, warum wir in 2017 nirgends teilgenommen haben. ABER: so what?! Ob LK1 oder LK2 - es ist doch egal! Wir wissen, was wir können oder auch eben nicht :-) 

 

Mein ganzes Denken rund um Turniere, Wettbewerbe und Ehrgeiz hat sich doch sehr verändert und ich bin froh über diese Erkenntnis.

 

Wir möchten 2018 schon gern das ein oder andere Turnier bestreiten, aber nur noch, "just for fun", wenn uns der Sinn danach steht und wir es zeitlich integrieren können neben all den anderen schönen Freizeitaktivitäten (mit und ohne Pferd). Und da sich unser Team sogar erweitert hat, lasse ich gern unserem neuen Teammitglied den Vortritt :-) 

 

Denn Smart hat seit Januar 2017 eine ganz tolle Reitbeteiligung. Hieraus hat sich in dem einen Jahr so viel mehr entwickelt. Es ist eine tiefe Freundschaft, auch über den Stall und das Reiten hinaus, entstanden.

 

Als ich damals nach SEHR vielem Kopfzerbrechen eine Anzeige schaltete, dass ich für Smart eine (ursprüngliche) Pflegebeteiligung suche, hat sich als einzige unsere liebe Steffi gemeldet. Die Anzeige war offensichtlich so abschreckend, dass die Meisten Angst hatten, sich zu melden :-D

Dass ich Smart überhaupt mal aus der Hand geben würde - bis letztes Jahr UNDENKBAR! 

Aber dann kam Steffi.... 

 

Und wieder bin ich der Meinung: DAS war wieder einmal ein Wink des Schicksals! Ein 6er im Lotto! 

 

Steffi, Smart und ich waren von Anfang an auf einer Wellenlänge. Nicht nur Pferde-technisch, auch menschlich.

 

Das Grundverständnis, der Umgang mit dem Pferd, ihre feinfühlige aber dennoch konsequente Art waren genau DAS, was ich für Smart gesucht habe. Und sie brachte das nötige Talent mit, Smart, das Sensibelchen, zu reiten. Aus einer Pflegebeteiligung wurde schnell eine Reitbeteiligung. 

 

Seither sind wir drei unzertrennlich! Smart ist ein toller Lehrmeister und Steffi eine sehr engagierte Schülerin. Im gemeinsamen Unterricht hat Steffi mit Smart schon tolle Fortschritte gemacht und ich bin gern bereit, Steffi die Turnierteilnahme mit Smart in der Leistungklasse 4 zu ermöglichen. Nach einem Jahr Pause für Smart sicher ein schöner Einstieg. 

 

Wir lassen uns  überraschen und einfach mal treiben und schauen, was das Jahr bringt. Bis dahin... lassen wir es uns gut gehen :-) 

 

TEAM SMARTY!!!
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© Judith Schnappinger